vom Glück...des ersten Blogartikels

oder was Spielzeugverpackung und Interpunktion gemeinsam haben


"Yes we blog...me too!"

Es scheint, als ob mindestens ein Drittel der Erdbevölkerung bloggt.  In den USA sollen es noch mehr sein.

 

Aus Obamas "YES, WE CAN" welches wohl von `Bob dem Baumeister ` abgekupfert ist wird "YES, WE BLOG".  Hat die Welt nun wirklich noch auf meinen Blog gewartet ? Keine Ahnung. Grossartigerweise aber kann JEDER im Web mit seinen Gedanken und Geschichten unterhalten, trösten, langweilen oder inspirieren. Und zwar ohne vorgängiges Studium der Literaturwissenschaften oder Absolvierung einer  Journalistenschule.


Nun denn, der Anfang ist gemacht und ich bin fest entschlossen, mir ein kleines Plätzchen in der Blogosphäre zu erschreiben. Aber halt, in welchem Stil sollen die Einträge verfasst werden? Intellektuell anspruchsvoll? Nüchtern und geschäftsmässig? Locker und leicht ?

 

Darf es Raum haben für Querdenken und Augenzwinkern?  Muss ich mich einer Schreibstrategie unterordnen damit ich irgendwann 50, 100 oder gar 1000 Leser erreiche?

Das Leben ist eine Wundertüte

Mmmmmmhhhh…Ich entscheide mich für eine eigenwillige Vorgehensweise und halte es verlaufsoffen. Je nach Gefühlslage kann es seicht zu und hergehen, ein andermal tiefgründiger oder alles aufs Mal.  Ich kann nämlich weder dem Einparken in XS-Parkfelder noch winzigen Aufzügen viel abgewinnen. Soll sich Doch in diese Themen-Nischen quetschen wer mag. Das steht zwar diametral zur goldenen Regel der meisten Blog-Gurus (such Dir unbedingt DEINE Nische) aber ich mache es trotzdem anders.

 

Widme mich also dem riesigen Thema Lebens-Glück, präziser ausgedrückt dem aufspüren, erschaffen, teilen, schenken und geniessen von Glücks-Momenten. Das war, wenn ich es mir so überlege schon immer ein grosses Thema in meinem Leben. Damit entsteht ein Wundertüten-Effekt.  Sicher bist auch Du jemand, der gerne mal überrascht wird, oder?!

Bücher und Sprache waren schon immer meine Passion. Geschrieben habe ich auch immer schon. Kurzgeschichten, kleine Gedichte und so weiter wenn auch nur für mich, im Stillen. Erinnere mich daran, dass meine Klassenlehrerin mir meine Arbeiten mit anerkennendem Gesichtsausdruck zurückgab und meinte :  “Marcel, mit welcher Fantasie Du diese Geschichten erzählst ist erstaunlich und spannend zu lesen.  Achte aber bitte auf korrekte Satzzeichen, dann gibts Bestnote."  Die Zettel waren voll von fiesen roten Kreisen.

 

Auf Kommas und Nebenzeichen achten? Wie sollte das gehen?  Wenn ich mich im Flow des Erzählens und Phantasierens befand, dann musste die Geschichte aufs Papier fliessen.  Da blieb keine Zeit sich grossartig mit Satzzeichen und derlei Nichtigkeiten zu befassen.

Bildquelle:  zazzle.ch
Bildquelle: zazzle.ch

Solch linkshirnlastigen Strukturierungsversuche hätten den kreativen Prozess gnaaaadenlos abgewürgt.  Schliesslich geht es  um Bilder und Gefühle welche eine Wortkomposition hervorrufen soll.


Okay zugegeben, im Beispiel von Grandma oben macht das winzige Zeichen einen gravierenden Unterschied.


Abgesehen von solchen Ausnahmen geht es doch sonst um DIE MESSAGE wie man heute sagt. Die winzigen Strichlein sind damit lediglich Teil einer in diesem Bereich unbedeutenden Hülle.

 

A propos Hüllen & Verpackungen

Die Weihnachtsgeschenke für unsere Kinder haben wir in verschiedene Geschenkpapierrollen der Sorte letzter Schrei eingepackt. Das Upgrade war bitter nötig, da die seit Jahren verwendeten Papierrollen (dürre Tannenbäumchen auf grünem Grund) eine Zumutung waren.  

Kinder haben bei Geschenken einen Röntgenblick. Sie sehen im Wortsinn durchs Papier hindurch.  Da nutzt weder chices Design noch der hohe Preis etwas. Die Umverpackungen wurden keines Blickes gewürdigt.  

 


Nach dem Abendessen wiesen unsere Söhne sehr subtil - im Zwanzigsekundentakt - darauf hin, dass es jetzt Zeit für die Geschenke sei. Als Zeremonienmeister liess ich mich keinesfalls drängen und eröffnete daher erst nach dem zweiten Hinweis die Bescherung mit folgenden Worten "Ich finde, jetzt ist es an der Zeit...".  Wir, die Erwachsenen, machten es uns im Wohnzimmer gemütlich und wollten noch einen Blick auf den Geschenkhaufen werfen, da machte es schon Ritsch-Ratsch.

Damit war das Papier Geschichte. Ich wette unsere Kinder hätten am Folgetag nicht mehr sagen können welche Farbe das Papier hatte, geschweige denn, dass es von dem früherer Jahre abwich.  Nebensächlich eben.

Nervenprobe

Ein Geschenk war eines dieser ferngesteuerten Autos. So eines bei welchem Mann selbst wieder zum kleinen Kind wird. Der Verpackungs-ingenieur welcher sich das einfallen liess, muss eine bösartige Ader gehabt haben. Das Minifahrzeug war in eine diebstahlsichere, dreiwandige Hartplastikhülle  verschweisst. Du, geschätzter Leser hast sicher auch schon einen USB-Stick oder eine eingeschweisste Fernbedienung gekauft und weisst zu gut wovon ich rede.

 

Das Material ist dermasssen zäh, dass einer handelsüblichen Haushaltsschere schon von weitem die Klingen schlottern.  Also musste dem Objekt mit dem Seitenschneider zu Leibe gerückt werden. Es blieb gefährlich, weil nun scharfe Plastikspitzen hervorstanden. Leider war das Spielzeug zusätzlich auf einem Unterboden festgezurrt. Zu früh gefreut.


An über einem Dutzend Punkten hatte ein uncharmanter Mensch Stahldrahtseile (Typ Golden Gate Bridge), angebracht.

 

Die Jungs wurden ungeduldig. Das äusserte sich nun deutlich weniger dezent als beim Hinweis zum Geschenke auspacken. Also erhöhte ich meine Anstrengungen. Sollte es sich noch länger hinziehen, riskierte ich meinen sorgsam über Jahre aufgebauten Ruf als veritablen Heimwerker.

 

Endlich das erlösende Klacken...das Teil war befreit. Wäre da nicht die Kleingkeit von vier nicht enthaltenen Batterien (ja genau, die ganz kleinen welche man nicht eben daheim auf Halde hat) welche in ein Fach gehörten, dessen Deckel sich sich weder mit einem Schlitz-, Kreuz- noch mit einem Torx Schraubenzieher noch mit sonst etwas öffnen lies. Zuletzt wendete ich die meist in solchen Fällen hochwirksame Murks-Methode an.

 

Dabei murmelte ich für alle Anwesenden hörbar mehrmals die Worte "Fehlkonstruktion!" "Flop!" und "hirnrissig!". Vielleicht konnte das mantrische Gemurmel meinen Rest-Nimbus als Do-it-Yourselfer retten.

Seither verhindert ein Stück Teppichklebeband, dass die Batterien beim Fahren aus dem Autobauch purzeln.

 

Aber zurück zur Interpunktion. Ein Kommentar in welchem Du, geschätzter Leser mich über nicht oder  falsch gesetzte Sonderzeichen aufmerksam machen würdest, wäre damit bedingt wirkungsvoll. Es gilt den Tatsachen ins Auge zu blicken, in diesem Leben werde ich es nicht in den Olymp der Kommata und Semikolons schaffen. Punkt.    

 

Trotzdem hat mich das Beobachten, Schreiben, Beschreiben und Lesen über all die Jahre hinweg eng begleitet.

 


Sei es bei Briefen, Mails, Protokollen,Präsentationen, beim regelmässigen Vorlesen von Gutenacht-Geschichten, bei sonstigen Lesungen und nun eben beim Bloggen.

 

Hier ist er also, mein allererster Blogartikel...jetzt drücke ich speichern und lasse Dich los in die unendlichen Weiten des digitalen Universums. Es hat Freude bereitet zuzusehen, wie Du Zeile um Zeile gewachsen bist. 

 

Machs gut, kleiner Bloggie...bin stolz auf Dich und hoffe, jemand wird Dich finden und lesen.


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Kommentare: 2
  • #1

    anja. (Montag, 13 Juli 2015 13:15)

    Gefunden, gelesen und geschmunzelt...
    Tatsächlich war ich wohl eines der wenigen Kinder, das seine Geschenke so vorsichtig aufgemacht hat, dass man dem Papier kaum Gebrauchsspuren ansah ;-) Kann mich noch gut daran erinnern, dass ich das recycelte Geschenkpapier im nächsten Jahr wieder in meinem Geschenkehäufchen fand. Nur schade, dass die Inhalte (verständlicherweise) immer kleiner wurden...

    Wünsch' dir weiterhin viel Spass beim bloggen - und pass gut auf Grandma auf!

  • #2

    Ela Harwood (Donnerstag, 02 Februar 2017 13:18)


    This article will assist the internet people for creating new website or even a blog from start to end.