vom Glück...seine Stimmung aufzuhellen

...oder Glenn Miller meets Pharell Williams

 

Selbst der grösste Griesgram dürfte bei Glenn Miller's Evergreen 'in the mood' Schwierigkeiten haben in schlechter Stimmung zu verharren.

 

Der eingängige Swing-Rhythmus und die positive Stimmung welche von der Komposition ausgehen, lassen einen fast automatisch mitwippen. Derselbe Bewegungsdrang stellt sich bei Pharell's 'Get Lucky' und dem genialen 'Happy' ein.

Interessant ist die Herkunft des altenglischen Wortes 'mood' welches auf 'Mut' zurückgeht. Jawohl, Mut um Dinge anzupacken, Mut für gute Stimmung, Mut um Schwierigkeiten zu überwinden, Mut fürs Leben.


Daneben kann uns melancholische Musik helfen unsere eigenen Gefühle besser zu bewältigen. Sie hilft uns dabei unsere Gefühle anzunehmen und kann Trost spenden in Stunden in welchen wir uns traurig oder einsam fühlen. Kein Mensch kann ununterbrochen glücklich und frohlockend sein. Das wäre wohl eintönig und widernatürlich. Aber beginnen wir von vorn und versetzen uns in folgende Situation.

 

Frühmorgens hat deine Kaffeetasse Lust auf Berührung mit dem Küchenboden. Der Boden zeigt sich unbeeindruckt, die Tasse nicht.  Der Bordcomputer meldet nach ein paar Metern mit schrillen Pfiffen eine kritische Störung.  Ein violetter 90-er Jahre Vectra schneidet Dir am Kreisel gnadenlos den Weg ab. Du bist gezwungen mit aller Kraft in die Eisen zu steigen. Wow, die Bremszangen beissen zu wie ausgewachsene Everglade-Alligatoren.  

 

Newton´s Gravity lässt grüssen worauf deine Stirn das Lenkrad küsst – Autsch. Am Hintern des davonrauschenden Opels entdeckst Du den ‘Slow Down–Take it Easy’-Aufkleber.  Von der Hutablage (auf welcher tatsächlich ein Hut prangt – der Fahrer will offenbar sämtliche Klischees bedienen) nickt Dir hämisch einer dieser nervigen Wackeldackel zu.  Grrmpf…nicht gerade walk ride the talk!

Angelangt in der Firma steigt ein Dir erzunsympathischer Mensch aus einer anderen Abteilung in den Lift.  Diese fiesen schmalen Lippen…das arrogante Grinsen…Übelkeit kommt auf. Ähnelt der im Profil nicht gar dem Piloten der Aubergine von vorhin ?

Nach einem insgesamt unbefriedigenden Tag schleppst Du Dich zum Parkplatz.  Dein Vehikel erinnert Dich mit ohrenbetäubendem Pfeifen und Wetterleuchten im Armaturenbrett daran, dass die Störung von heute morgen nicht vergessen ist. Das hastige Wegdrücken der Meldung wird wohl keine nachhaltige Lösung sein.

Ghandi in LAtzhosen

Du fährst los während sich eine Vision in deinem Kopf manifestiert in welcher Dein Werkstattmensch Dir mit sorgenvoller Miene eröffnet, dass es 3 kosten wird. Scheu fragst Du nach: “3  für dreiHUNDERT…oder?!?” Antwort: “Nein, natürlich 3 für dreiTAUSEND!”. Er beginnt aufzuzählen, dass es kompliziert sei.

Nach einem gefühlt mehrminütigen Monolog,  gespickt mit Dir unverständlichen technischen Ausdrücken gelangst Du zur Erkenntnis, dass der Mann in Tat und Wahrheit ein Wohltäter und Menschenfreund edelster Sorte sein muss. So eine Art Mahatma Gandhi in Latzhosen.


Für lächerliche DREITAUSEND ist er offenbar gewillt dein Auto gänzlich zu zerlegen um der Fehlermeldung den Garaus zu machen. Schön, dass es solch uneigennützige Menschen in der heutigen Zeit noch gibt. Ein Hoch auf die Reparatur-Wirtschaftsbranche.  Aus lauter Übermut fragst Du nach ob das nicht eventuell ein Garantie-Fall sei.  Ghandis Miene verfinstert sich schlagartig. Mit keinem Ton geht er auf diese kränkende Unverschämtheit ein.

Diese törichte Frage wird Dich am Ende zu den Dreitausend nochmals 400 extra kosten. Aber hey , was soll’s ?! Schliesslich ist Geben seliger als Nehmen – Namaste! und Amen. Ende der Vision.

Jetzt ein Kräftiger Schluck Musik!

Wie wäre es jetzt mit einem Stimmungsaufheller ?  

Wie wäre es jetzt mit Musik ? 

 

Nein, nicht aufs Geratewohl das Autoradio einschalten, sondern ein gezielter, hochdosierter Schluck Wohlklang aus deiner persönlichen Musik-Schatzkiste. Musik hat wunderbar wechselwirkende Eigenschaften. Nicht nur summen wir beschwingt zu Musik wenn wir uns gut fühlen, sondern Musik ist in der Lage dass wir uns (wieder) wohl fühlen.  

 

Die heilende Wirkung von Musik, Klängen also Frequenzen und Schwingungen sind seit langem bekannt.

 

Wenn man weit in die Menschheitsgeschichte zurückschaut stellt man fest, dass alle alten Kulturen der Musik und dem Gesang einen hohen Stellenwert zuschreiben. Beispielsweise beschreiben die Inder der alten vedischen Hochkultur ein klingendes, schwingendes Universum.

Entsprechend komplex zeigt sich z.B. ein Gandharva-Raga hinsichtlich seiner Struktur und Abfolge der Töne.

 

Offenbar gibt es eine universelle Klangsprache!

 

Pythagoras war als Philosoph und Mathematiker der festen Überzeugung, dass die uralten, mythischen Vorstellungen über einen Zusammenhang von Schöpfung und Klang zutreffen.


Klassische Musik bspw. ist in der Lage Emotionen zu transportieren welche von jedem Menschen ungeachtet von Sprache, Herkunft, sozialem Stand etc. gefühlt und interpretiert werden.  Wunderbar zu sehen und zu hören im Video-Clip “Benjamin Zander am Piano” auf unserer Inspirationen Seite.  

Thomas Fritz und sein Team stellten in der Studie Universal Recognition of Three Basic Emotions in Music fest, dass selbst von der Zivilisation abgeschnittene Stammesvölker den vorgespielten Melodien dieselben Emotionen zuschrieben wir wir. Innerhalb des beschränkten Spektrums unserer bewussten Sinneswahr-nehmungen - Spektrum des sichtbaren Lichtes bzw. hörbarer Klangfrequenzen - sind wir fähig feinste Harmonien- und Disharmonien auszumachen.  


Schallwellen treffen auf unsere Ohrmuschel auf und gelangen ans Trommelfell welches zu schwingen beginnt. Diese Vibrationen treffen dann auf die sog. Innenohrschnecke in welcher Gehörknöchelchen sitzen welche die Schwingungen verstärken. Viele Tausend Haarsinneszellen wandeln die Schwingungen in elektrische Impulse um, welche mittels Nerven an unser Gehirn weiterleiten.


Die Planeten beispielsweise besitzen einen individuellen Grundton. Mutter Erde schwingt mit cirka 8 Hz im Infraschall-Bereich. Dieses tiefe Brummen können wir allerdings nicht hören da das menschliche Gehör nur Schall zwischen 16-20 Hz bewusst wahrnimmt.

 

Faszinierend auch dass sich beim Beschallen einer Schüssel mit Wasser je nach Frequenz wunderbare, geometrische Muster bilden. Die Forschung tüftelt darüber hinaus im Feld der sog. akustischen Levitation und kann bereits Kleinstgegenstände und Flüssigkeitstropfen lediglich mittels Ultraschall schweben lassen. Der japanische Forscher Yoichi Ochiai von der Universität Tokyo demonstriert das hier.  

 

Auch in der Sprache wird erkennbar, welchen Einfluss Töne und Klänge auf unsere Verfassung haben und zur Beschreibung atmosphärischer Zustände dienen. Einige Beispiele:

  • es herrscht eine gute Stimmung im Team..
  • ich war nicht in der Stimmung um..
  • der Raum war in stimmungsvolles Licht getaucht..
  • Bilder klangvoller Namen wie Michelangelo, Matisse, Monet..
  • Missstimmung kam auf weil..
  • das Angebot stiess auf grosse Resonanz
  • der Vorschlag klingt gut, hört sich gut an, tönt gut (CH-Dialekt)..
  • sie führen eine harmonische Beziehung..
  • jemand ist zartbesaitet..

Eigenartigerweise nehme ich Musik (mit Ausnahme CH-Mundart Songs oder deutschen Liedern) vornehmlich über Melodie, Rhythmus, Variation usw. und vernachlässige meist völlig Text/Story eines Songs – trotz ordentlicher Englischkenntnisse. Vermute, dass es vielen so geht.

Vielleicht ein unterbewusstes ignorieren weil übersetzt viele Songtexte schwachsinnig sind. 

 

Das Thema Musik, Klänge, Frequenzen ist absolut faszinierend und lädt zur weiteren Vertiefung ein.  Wissend, dass die Liga der Prof-Blogger vor überlangen Blog-Posts warnt, ziehe ich hier die Reissleine.

 

Im Sinne eines kleinen Give away als PDF-Doc ein Favoriten-Auszug inkl. Stimmungs-Tags aus meiner privaten Sound-Schatzkiste.

 

Als Musikliebhaber & gelegentlicher DJ geniesse ich Musik unterschiedlicher Stilrichtungen.

Vielleicht findest Du in der angehängten Song-Selection das ein oder andere Dir bisher unbekannte Musikstück welches Dich in eine angenehme Stimmung versetzt. Mich würde es freuen.   

 

Marcel

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Blog 3 Songauszug MM.pdf
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Kommentare: 2
  • #1

    Päde (Montag, 17 November 2014 17:17)

    Wirklich super und stimmiger Blog über die Einflüsse der Musik auf unsere Stimmung. Einzig die Tatsache, dass der Song: "Get Lucky" von Daft Punk stammt, trübt den ansonsten uneingeschränkten Genuss beim lesen dieses Beitrages

  • #2

    Marcel (Sonntag, 14 Juni 2015)

    Lieben Dank für Deinen Kommentar und den Hinweis, dass das Lied
    von Daft Punkt ist. Da hast Du natürlich recht. Der Song featured by
    Trend hat mich hier wohl verwirrt. Schöne Grüsse Marcel